1. Prinzipien der Anschlussbildung beim Einbau von Fenstern

1.3 Winddichtigkeit

Wird ein Gebäude vom Wind angeströmt, so besteht zwischen dem Rauminneren und der vor dem Gebäude "angestauten" Außenluft eine Druckdifferenz. Infolge dieser Druckdifferenz strömt Luft durch undichte Fugen, wodurch ein Wärmeverlust verursacht wird. Darüber hinaus wird die Luftbewegung im Fugenbereich als Zug empfunden. Die Luftdurchlässigkeit (Winddichtigkeit) einer Fugenkonstruktion wird durch den Fugendurchlasskoeffizienten gekennzeichnet. Dies ist der a-Wert. Bei Fugen wird er in Anlehnung an die DIN EN 1026 (Fugendurchlass bei Fenstern und Türen) gemessen. Er gibt an, wie viel Kubikmeter Luft in einer Stunde durch eine 1 m lange Fuge bei einer Druckdifferenz von 1 daPa hindurchströmt. Die Einheit des a-Wertes ist m3/(h ·m· [daPa]n.

 

Der durch eine Fuge strömende Luftstrom V1 [m3/h]

 

V1 = [pa - pi]n

 

ist nicht direkt proportional der Druckdifferenz zwischen außen und innen (pa – pi), weil mit größer werdender Druckdifferenz die Strömungsgeschwindigkeit und damit auch der Reibungsverlust in der Fuge steigt. Der Exponent n liegt zwischen n = 1 bei laminarer Strömung und n = 0,5 bei vollständiger Turbulenz. Für komprimierte imprägnierte Dichtungsbänder ist der Exponent n materialabhängig, kompressionsabhängig und abhängig von der Fugenbreite. Untersuchungen an der TU Berlin haben gezeigt, dass ein max. zulässiger a-Wert für Fugenkonstruktionen mit von:

 

a ≤ 0,10 m3/(h ·m· [daPa]2/3),

 

den fugenbedingten Lüftungswärmebedarf, bezogen auf den gesamten Wärmebedarf in einem vertretbaren Mass begrenzt. Die Anforderungen der Dichtigkeit an außenliegende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster ist in der EnEV festgelegt.

Die Fugendurchlasskoeffizienten für außenliegende Fenster betragen bei Gebäuden bis zu zwei Vollgeschossen, Beanspruchungsgruppe A:

 

a ≤ 2,0 m3/(h ·m· [daPa]2/3)

 

und bei Gebäuden mit mehr als zwei Vollgeschossen Beanspruchungsgruppe B und C:

 

a ≤ 1,0 m3/(h ·m· [daPa]2/3).

 

Nach der nun gültigen DIN EN 12 207 wird die Fugendurchlässigkeit neu definiert. Der bekannte a-Wert wird durch die Referenzluftdurchlässigkeit (Q100) ersetzt. Die bei einem bestimmten Prüfdruck (p) gemessene Gesamtluftdurchlässigkeit (Q) wird dazu auf einen Referenzdruck (p) von 100 Pa umgerechnet. Die Klassen der Fugendurchlässigkeit der EnEV für außenliegende Fenster betragen bei Gebäuden bis zu zwei Vollgeschossen Klasse 2 und bei Gebäuden mit mehr als 2 Vollgeschossen Klasse 3 nach DIN EN 12 207-1: 2000.06.