2. Einwirkung auf die Anschlussfuge

2. Einwirkung auf die Anschlussfuge

2.1 Allgemeines

2.1 Allgemeines

Eine Fuge im Anschlussbereich ergibt sich zwangsläufig aus dem notwendigen Bewegungs- und Toleranzausgleich zwischen Fenster und Baukörper. Neben diesen direkten Einwirkungen muss auch die Verträglichkeit der Abdichtungssysteme mit den angrenzenden Wandbaustoffen und den jeweiligen Rahmenmaterialien sichergestellt sein. Dies gilt in gleichem Maße auch für Beschichtungen, für die der Nachweis der Anstrichverträglichkeit mit den Dichtsystemen erbracht werden muss.

Im Bereich des Brandschutzes gelten die jeweiligen Landesbauordnungen, aus denen sich ableiten lässt, dass Baustoffe, die im Anschlussbereich eingesetzt werden, entsprechend DIN 4102 mindestens den Anforderungen für normal entflammbar, der Baustoffklasse B2, angehören müssen.

2.2 Vorkomprimierte Fugen-Dichtungsbänder

2.2 Vorkomprimierte Fugen-Dichtungsbänder

Imprägnierte Schaumstoffdichtungsbänder sind bei entsprechender Materialwahl und je nach Komprimierung schlagregen- und winddicht. Diese Dichtungsbänder können daher sowohl die Funktion der Regensperre als auch die Funktion der Windsperre übernehmen. Der geringe Diffusionswiderstand von imprägnierten Schaumstoffdichtungsbändern (μ-Werte 100 nach DIN 18 542) verhindert eine Tauwasserbildung im Inneren der Fuge. Das Dichtungsband wird vorkomprimiert geliefert, wobei die Rückstellung auf die Fugenbreite während der Montage so langsam abläuft, dass genügend Zeit für das Einbringen des Dichtungsbandes in die Fuge verbleibt. Die Haftung an den Fugenflanken wird maßgeblich durch die Rückstellkraft des expandierenden Bandes sichergestellt. Die einseitig selbstklebende Bandoberfläche dient als Montagehilfe.

Komprimierte Fugen-Dichtungsbänder sind sehr vorteilhaft durch:

  • die mechanische Verbindung mit den Fugenflanken infolge von Anpressdruck und der daraus resultierende Verzicht auf Verklebung,
  • die von der Beschaffenheit der Fugenflanken unabhängige Möglichkeit der Verlegung (Verarbeitung ist möglich trotz Kälte, Nässe, Verschmutzungen),
  • die hervorragenden schallschutztechnischen Eigenschaften.

Weitere Ausführungen zu vorkomprimierten Fugen-Dichtungsbändern sind dem Kapitel 4 zu entnehmen.

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2.3 Offene Fugen

2.3 Offene Fugen

Die schlagregenabdichtende Wirkung offener Fugen beruht ausschließlich auf der Formung der Bauteilränder, die nach dem Prinzip der Labyrinthdichtung den Abbau der Strömungsenergie der Windlast bewirkt. Sofern es sich nicht um Vorsatzschalen von hinterlüfteten Außenwandkonstruktionen handelt, d.h. sofern eine zusätzliche Luftdichtung gefordert wird, muss die Fuge zwischen den Bauteilen zusätzlich eine Windsperre erhalten. Dem Bild 7 ist das Prinzip der offenen Fuge zu entnehmen.

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2.4 Belüftete Fugen

2.4 Belüftete Fugen

Die abdichtende Wirkung der Vertikalfugen beruht auf dem Prinzip des Druckausgleiches. Die Regensperre verhindert den direkten Einfall des Schlagregens in das Rauminnere. Eine Druckdifferenz zwischen dem Raum hinter bzw. in der Ebene der Regensperre (Druckausgleichsraum) und der Außenluft wird durch Verbindung der beiden Räume verhindert. Ohne Druckdifferenz kann der Regen nicht um die Regensperre zum Rauminneren getrieben werden. Einzelne Regentropfen, die die Regensperre z.B. infolge ihrer kinetischen Energie umlaufen, werden im Druckausgleichsraum senkrecht nach unten abgelenkt. Bei der Horizontalfuge wird das Eindringen des Regens durch eine Schwelle verhindert. Eine Prinzipskizze der belüfteten Fuge ist in Bild 8 dargestellt.

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2.5 Mit Dichtungsmassen geschlossene Fugen

2.5 Mit Dichtungsmassen geschlossene Fugen

Die Regelung für die Anwendung und Qualität der Dichtungsmassen ist in DIN 18 540 festgelegt. Der Witterungsschutz im Fugenbereich für mit Dichtungsmassen geschlossene Fugen, sowie für belüftete und offene Fugen (konstruktive Fugenausbildung) ist in DIN 4108 Teil 3 geregelt. Bei der Ausführung sind sowohl die Fugentoleranzen als auch die zu erwartenden Bauteilbewegungen genau zu beachten.

Da es sich um eine Klebeverbindung zwischen Dichtstoff und Fugenflanke handelt, müssen folgende Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Die Fugenflanken müssen:

  • frei von Verschmutzungen
  • trocken
  • über 5°

sein.

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2.6 Prinzip der Folienabdichtung

2.6. Prinzip der Folienabdichtung

 

Folien aus elastischen Dichtmassen wie Silikon oder Polysulfid, Folien auf Basis von Aluminium, Kunststoffverbund (oft mit putztragenden Ausrüstungen) sowie auf EPDM-Basis funktionieren nach dem Grundsatz der künstlichen Fugenverbreiterung, wie sie für die Fenster- und Fassadenmontage eingesetzt werden.

Die Fähigkeit zur Bewegungsaufnahme wird durch eine materialspezifische Elastizität hergestellt und ist gegenüber einer in die Fuge eingebrachten Dichtmasse meist erheblich größer. Das liegt an der geringen Materialstärke der Folie und der daraus resultierenden geringen Zugkräfte, die in die Klebeverbindung der Folie zum Untergrund eingebracht werden. Folien ohne Elastizität müssen mit einer Dehnschlaufe eingebaut werden. In jedem Fall muss die in die Klebung eingebrachte Zugkraft geringer sein, als die von der Klebung aufnehmbare Zugbelastung.

Ein weiterer Vorteil einer Folienklebung ist die Möglichkeit, die Klebefläche wesentlich größer als bei Dichtstofffugen nach DIN 18 540 zu wählen.

Das Resultat ist eine in der Regel erheblich höhere Lebensdauer einer Folienabdichtung gegenüber einer Abdichtung mit Dichtmassen.

 

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